Bräuche im Kleinwalsertal |
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Hören wir heute Funkensonntag, so ist der erste Gedanke das Abbrennen eines Funkens. Dieser Brauchtum, der aus Vorarlberg und dem Allgäu stammt, war im Kleinwalsertal bis vor einigen Jahren nicht üblich. Bei uns brannte am 11. März 1995 der erste Funken in Mittelberg Moos, errichtet von der Landjugend. Im Jahr 2003 wurde inzwischen der 8. Funkenturm vom Funkenverein Kleinwalsertal aufgestellt. "Guurasche bached Chüachle", sagt ein altes Sprichwort und dieses konnte früher mitunter wörtlich genommen werden. Courage brauchten beide Seiten, sowohl die Jungfrau, welche die Chüachle backte, als auch der Nachbar, der dem Geruch nachgehend, mit ausgedachten Kniffen die duftende Schüssel ausführen wollte. In den Abendstunden brauchte es dann nochmals Schneid, um den Funkenschnaps oder den Funkenliter zu stibitzen. Wie schon bei den "Schpiillüüt", der wichtigsten Faschingsveranstaltung vermerkt, kamen die genannten Pärchen am Funkensonntag noch einmal zum Zuge. Nach dem Vormittagsgottesdienst traf man sich beim Dorfwirt, der seinen Gästen als sogenannte Jahresgabe Funkenschnaps und Funkenküchle servierte. Andere "Neider", meist aber nur der Gaudi halber, kamen ebenfalls zum Kammerfenster der Jungfrau und bettelten auch um eine Gabe. Das war dann das sogenannte "Schnapsbättla" Der Funkensonntag, aber ebenso auch der Ostermontag, war also früher einmal ein wichtiger Termin eines jeden jungen Walsers. Nach alter Überlieferung gingen die Burschen an diesem Abend zu den Mädchen "zum Schnapsbättla". Auf die oft wirklich herzerbärmlichen Gesänge mit dem "Schpraachverkeera", wie "Jöngferle, Jöngferle, gib mir au as Schnäpsle", wurde so manches Fensterlein geöffnet. Der fröhliche Plausch wurde allerdings durch andere Nachtbuben gestört, besonders wenn diese aus den Nachbarorten waren. Am anderen Tag war es der Stolz der "Heimkehrer", wer mehr Schnapsbolla aus seiner Hosentasche aufzeigen konnte. So ein köstlich Tränklein, zur gewissen Stund und mit lieblichem Gedächtnis gebrauet, soll an bestimmten Kalendertagen ausgeschenkt, gar manchem Mägdelein zu einem Männlein verholfen haben". Zutaten: 1 Glas Schattenmorellen, ca. 100 g Rosinen oder Korinthen, Zucker, Zimt, Vanillezucker, Nelken und 1 Liter Obstler. Zubereitung: Kirschen (ohne Saft), die gewaschenen Rosinen, auch Korinthen in ein 1 ½-Liter-Gefäß geben; den Kirschensaft mit 2 Esslöffel Zucker (nach Geschmack), 1 Stange Zimt, ein par Nelkenkörner, 1 Päckchen Vanillezucker, evtl. 1 Gläschen Rum aufkochen lassen, dann zu den Früchten gießen. Zuletzt gibt man den Obstler dazu. 3 Monate ziehen lassen, die richtige Zeit ist also der November, dann ist das vielbegehrte Getränk für den Funkensonntag und Ostermontag gerade rechtzeitig fertig. |
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